Wenn ein Traum zum Albtraum wird!
Wir haben uns zu Beginn sehr wohl gefühlt in Boa Vista, doch der Schein kann auch trügen und wir wurden eines Besseren belehrt. 

Es muss in der Morgendämmerung geschehen sein, es war recht windstill und ruhig. Wir haben noch tief geschlafen, aber im Unterbewusstsein gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Wir haben das einprägende Geräusch, das Plätschern im Wasser nicht mehr gehört, Martial ist aufgestanden, direkt raus ins Cockpit und ruft „Unser Dinghy ist weg!“. Es hat einen Moment gedauert, bis wir realisiert haben, dass unser Dinghy wurde geklaut wurde!
Unser Buddyboot war ebenfalls recht früh wach und stand an Deck, sodass Martial rüber rief und um Hilfe bat. Er und Eivind haben das ganze Gebiet rund um abgefahren, jedoch erfolglos. Wir haben gezweifelt, waren sprachlos, wütend und traurig zugleich. Nachdem wir unsere Gedanken halbwegs gesammelt haben, sind wir zur Polizei und haben den Diebstahl gemeldet, haben Flyer erstellt mit einem Finderlohn und die Inseleinwohner befragt und um Hilfe gebeten. Jedoch wieder erfolglos.

Der Verlust des Dinghys ist mit das Schlimmste was einem Segler passieren kann. Jedoch können wir im Nachhinein sagen, zum Glück war es „nur“ das Dinghy und uns ist nichts passiert. Der Gedanke, dass jemand Fremdes nachts so nah an oder womöglich auf unser Boot gekommen ist, beängstigt uns sehr. Viele Fragen kreisen uns noch immer im Kopf, was wäre wenn?

Dennoch gibt es auch schöne Seiten auf Boa Vista kennenzulernen. Die Natur ist sehr interessant, und das blaue Wasser leuchtet neben dem vielen Sandstrand. Bunte Boote gehören zum Stadtbild der Insel und machen auch den Hafen zu einem besonders malerischen Ort. Dort sind die Häuser in pastelligen Farben gestrichen und man kann das geschäftige Treiben der Fischer beobachten. Auch die Strandbars geben eine sehr nette Atmosphäre und verlocken zu einem Sundowner. Jedoch war der Aufenthalt für uns mit einem sehr bitteren Nachgeschmack.

Zum Glück haben wir unsere Segelfreunde Elane an unserer Seite, welche uns sehr unterstützten haben, für uns Dinghyfahrten übernommen haben und uns auch wieder auf andere Gedanken gebracht haben, damit siich unsere Blicke wieder nach vorne richten. Es ist schön zu wissen, dass man solch gute Freunde in so einer Situation bei sich hat und man sich auch auf diese auch verlassen kann.